Vereinsleben

im Hamburger Hospiz e.V.

Unser Hintergrund – unsere Vision

Menschenwürdiges Sterben ist in Deutschland keine Selbstverständlichkeit! Diese schmerzliche Erfahrung brachte uns 1990 in einer Bürgerinitiative, initiiert von der Therapeutin Gunda Brüning und dem Mediziner Wolfgang Kendel, zusammen und schenkte uns die Vision, die Lebenswirklichkeit schwerstkranker, sterbender Menschen und ihrer Angehörigen in Hamburg zu verbessern. Dafür wollten wir ein neues Angebot im Gesundheitswesen verankern.



Im November 1990 wurde als erster Hospizverein Hamburgs der Hamburger Hospiz e.V. ins Leben gerufen. Seither hat sich der Verein erfolgreich für die gesetzlich verankerte Finanzierung der stationären Hospizarbeit eingesetzt, ein stationäres Hospiz gegründet und die ambulante Hospizarbeit zusammen mit einer Beratungsstelle aufgebaut.

Mit einer kontinuierlichen Öffentlichkeitsarbeit engagiert sich der Verein seit nahezu 30 Jahren für einen lebensnahen und offeneren Umgang mit dem Thema Sterben, Tod und Trauer. So tragen wir zu einem gesellschaftlichen Wandel bei, der Sterbende, Angehörige und Trauernde aus einer oftmals quälenden Isolation heraus hilft. Der Hamburger Hospiz e.V. im Herzen Altonas versteht das Sterben als ein Teil des Lebens, integriert mitten ins Leben, in eine lebendige Stadt, in ein lebendiges Viertel“

Struktur

Träger des „Hamburger Hospiz im Helenenstift“ und des Ambulanten Hospizberatungsdienstes ist der gemeinnützige Verein HAMBURGER HOSPIZ, Mitglied im Deutschen Hospiz- und Palliativverband und im Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband. Ein Kuratorium berät den Verein.
Darüber hinaus unterstützen viele weitere ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sowie Persönlichkeiten die Idee der Angebote des Hamburger Hospiz e.V. – nicht zuletzt auch die Medien mit ihrer lobenswerten Berichterstattung.

Zeitliche Entwicklung des Vereins

1990
November: Gründung des Vereins Hamburger Hospiz.
1991
Juli: Eröffnung der Geschäftsstelle und zugleich Beratungsstelle des „Hamburger Hospiz“ in der Arnoldstraße 43 in Altona.
Aufnahme eines Beratungs- und Begleitangebotes, Durchführung von Unterrichtseinheiten für ehrenamtliche Sterbebegleitung und für Pflegepersonal an Kranken- und Altenpflegeschulen.
Erste Anerkennung des Vorhabens durch die damalige Hamburger Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales (BAGS) in Form von finanzieller Unterstützung bei der Einrichtung der Räume und durch die Finanzierung einer ABM-Kraft..
1993
Erster Kontakt zum damaligen Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung zur Frage der Anerkennung als Bundes-Modellprojekt für ein stationäres Hospiz mit entsprechender finanzieller Förderung (ein Modellprojekt pro Bundesland).
1993-1996
Suche nach einem geeigneten Standort für das „Hamburger Hospiz“.
1997
August: Aufnahme der Verhandlungen mit dem DRK-Schwesternschaft e.V. zur Übernahme des Gebäude des ehemaligen Helenenstifts, Helenenstraße 12 (frühere Anschrift: Max-Brauer-Allee 133) zur Realisierung des Hospizes.
1998
Januar: Erstes Treffen der Vertreter des Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung (BMA), des Kuratoriums Deutsche Altershilfe (KDA), der Hamburger BAGS, der Architekten und des Hamburger Hospizes in den Räumen des ehemaligen Helenenstifts mit dem Ergebnis, dass das BMA die räumliche Lage für das Modellprojekt befürwortet, aber erhebliche Anforderungen für die baulichen Umbauarbeiten stellt.
April/Juli: Erteilung der Genehmigung des inhaltlichen und räumlichen Konzeptes durch das Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung und der Behörde für Arbeit, Gesundheit und Soziales der Freien und Hansestadt Hamburg.
Oktober: Die Baugenehmigung wird erteilt.
2000
Februar/August: das nunmehr zuständige Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bewilligt DM 2.555.284 für das Haushaltsjahr 2000, die BAGS bewilligt DM 368.000.
Start des Umbaus: Das Gebäude wird entkernt und mit einer großen, hellen und freundlichen Eingangshalle versehen. Das Treppenhaus – vormals im Zentrum des Hauses gelegen – wird an die Rückseite verlegt und den Bedürfnissen entsprechend erweitert und gestaltet.
2001
Oktober: Eröffnung des stationären „Hamburger Hospiz im Helenenstift“ mit 16 Plätzen und Aufnahme der ersten Gäste.
Projektkosten:
Gesamtkosten rd. 3,5 Mio. Euro für Erwerb, Sanierung und Umbau des Gebäudes Bundesgesundheitsministerium und BAGS Hamburg mit 1,4 Mio. Euro Eigenanteil des Hamburger Hospiz e.V. mit 0,8 Mio. Euro durch Stiftungen und private Spenden. Weitere rd. 1,3 Mio. Euro werden über einen Kredit finanziert.
2004
Januar: Ausbau und Weiterentwicklung der bisher ehrenamtlich besetzten Beratungsstelle zu einem Ambulanten Hospizberatungsdienst mit erstmals hauptamtlichen Mitarbeiterinnen. Einsatz und Koordination von geschulten ehrenamtlichen Begleiterinnen und Begleitern in der Häuslichkeit von schwerstkranken und sterbenden Menschen.
2005
Erweiterung des ambulanten Arbeitsbereiches durch Aufbau von Gruppenangeboten für Trauernde.
2007
Ausweitung der ambulanten Hospizarbeit auch auf einige stationäre Pflegeheime.
2009
Das Haus „Hamburger Hospiz im Helenenstift“ wird kontinuierlich weiterentwickelt. Im Jahr 2009 können aus Spendenmitteln zwei geräumige Balkone angebaut werden, die es ermöglichen, dass die Hospizgäste auch mit dem Rollstuhl oder dem Bett ins Freie gelangen können.
2010
Unter der Leitung der Psychologin Kirsten Hansen und der Sozialarbeiterin Metta Schmidt endet der 10. Kurs für die ehrenamtliche stationäre Mitarbeit im Hamburger Hospiz im Helenenstift. Von 2001 bis 2010 haben sich insgesamt 150 Teilnehmer auf fröhliche, nachdenkliche und vor allem persönliche Begegnungen mit der Endlichkeit eingelassen und den Befähigungskurs „stationäre, ehrenamtliche Hospizarbeit“ erfolgreich abgeschlossen.
2011
Großer Empfang – anlässlich des 10. Geburtstags wurde das Hamburger Hospiz zu einem Bürgerschaftsempfang in das Hamburger Rathaus zu eingeladen.

Aus Anlass des 10 jährigen Bestehens hat der Hamburger Hospiz e. V. seine Öffentlichkeitsarbeit verstärkt. Eine neu aufgelegte Reihe mit Veranstaltungen wendet sich an Bürgerinnen und Bürger. Aufgegriffen werden unterschiedliche Themenfelder aus Ethik, Psychologie, Medizin und Spiritualität.
2012
Der Hamburger Hospiz e. V. wird zum Stromproduzenten. Nach einjähriger Planungs- und Bauzeit geht das neue Blockkraftheizwerk in Betrieb. Neben Heizwärme und Warmwasser produziert es auch Strom und sorgt damit für eine spürbare Verringerung des CO ² Ausstoßes. Mehr als 60.ooo,- € investierte der Verein in dieses Projekt für Nachhaltigkeit.
2013
Die Gründerin des Hamburger Hospiz e.V., Gunda Brüning, ist am 6. Oktober 2013 gestorben. Die Psychotherapeutin hat unermüdlich und über viele Jahre für die Idee gekämpft, eine ambulante und stationäre Anlaufstelle für Schwersterkrankte, Sterbende und Trauernde in Hamburg zu gründen. Mit ihrem Lebenswerk hat sie Vorbildliches für eine mitmenschliche, generationsübergreifende Solidarität in der Bevölkerung geleistet. Zudem hat sie Wesentliches dazu beigetragen, die Ideen der Hospizbewegung in die Gesellschaft hineinzutragen und ein lebensfeindliches Tabu abzubauen. Das Hamburger Hospiz im Helenenstift bleibt dieser Tradition verbunden und setzt die Arbeit im Sinne der Gründerin fort.
2014
Seit Gründung des Hospizes haben mehr als 15.000 engagierte Bürgerinnen und Bürger ihr Geld- und oder ihre Zeit für den Aufbau und die Arbeit im Hamburger Hospiz im Helenenstift geteilt und eingesetzt.

Mit dieser Unterstützung gelingt es seit dem 1.1.2014, aus dem Duo „stationäres Helenenstift und ambulanter Hospizberatungsdienst“ ein Trio zu machen. Nun vervollständigt der Arbeitsbereich „Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit“ das Angebot des Vereins.
2015
Der Bundestag hat mit dem Hospiz-und Palliativgesetz bedeutende Verbesserungen in der Versorgung sterbender Menschen beschlossen. Der von den stationären Hospizen zu erbringende Eigenanteil sinkt von 10 % auf 5 %. Weitere Neuerungen: die Ambulanten Hospizdienste erhalten eine bessere finanzielle Ausstattung und die Pflegeheime müssen Konzepte zur Begleitung ihrer sterbenden Bewohner entwickeln.
2016
Im Jahr des 15- jährigen Geburtstages heißt es für das Hospiz Abschied zu nehmen von der langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Petra Brinkmann. Sie ist seit 1999 aktives Mitglied im Hamburger Hospiz e.V., seit April 2002 ist sie die erste Vorsitzende im Verein. Ab November möchte sie „privat“ werden, und sich selbst, ihrer Familie, dem Reisen und dem Musizieren mehr Zeit widmen.

Mit viel Dank und großem Bedauern versabschieden die Mitarbeiter und Vereinsmitglieder Petra Brinkmann als Vorsitzende und freuen sich, dass sie dem Verein als Mitglied auch weiterhin verbunden bleibt.

Vereinsleben

Sie überlegen aktives Mitglied im Hamburger Hospiz e.V. zu werden? Ihr Engagement ist herzlich willkommen. Vielleicht mögen Sie uns bei der Gewinnung von Spenden und Spendern unterstützen? Oder Sie haben Freude daran, Wohltätigkeitsveranstaltungen mit zu organisieren? Auch beim Sommerfest, beim Neujahrskonzert oder in der Öffentlichkeitsarbeit können wir Ihre Hilfe einbinden.



Ein- bis zweimal jährlich findet unsere Vereinssitzung statt. Ansonsten steht der ehrenamtlich tätige Vorstand stets für persönliche Gespräche zur Verfügung.

Elke Huster-Nowak
Vorstand
Uwe Grund
Vorstand
Dr. Michael Selk
Vorstand

Mitgliedschaft

Wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Mitgliedschaft unterstützen möchten, können Sie Fördermitglied oder aktives
Mitglied des Vereins werden.
Der jährliche Mindestbeitrag beträgt 50 EURO.

Antrag auf Mitgliedschaft